Die Europäische Kommission kündigte am 4. Juni 2026 eine sechsmonatige Verschiebung des Entry/Exit-Systems an und legt den Starttermin auf den 1. März 2027 fest. Das System erfasst Ein- und Ausreisedaten für visumfreie Reisende mittels biometrischer Daten. Über 1,2 Millionen tägliche Grenzübertritte an den Schengen-Außengrenzen sind betroffen.
Die Flughäfen Paris, Frankfurt und Amsterdam hatten zusätzliche Installationszeit für die neuen Kioske beantragt. Bis zum neuen Starttermin bleiben die manuellen Stempelverfahren in Kraft. Die Verschiebung folgt auf Testausfälle, die im April an drei großen Drehkreuzen gemeldet wurden.
Das EES wurde ursprünglich in der Überarbeitung des Schengener Grenzkodex von 2017 vorgesehen. Es soll manuelle Passstempel durch automatisierte Aufzeichnungen ersetzen, um Überaufenthalte effektiver zu erkennen.
Die Mitgliedstaaten haben bisher 480 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert. Die volle Interoperabilität mit dem kommenden ETIAS-Autorisierungssystem bleibt für 2028 geplant.
Was das für Sie bedeutet
Nutzen Sie bis März 2027 weiterhin die bestehenden Passstempel für Schengen-Einreisen. Planen Sie bei der Einführung des Systems mehr Zeit an der Einreisekontrolle ein, da sich anfangs Warteschlangen bilden können. Bewahren Sie digitale Kopien aller Einreisedaten während der Übergangsphase auf.
Prüfen Sie die Airline-Apps kurz vor dem Termin auf aktualisierte Ankunftsverfahren. Vermeiden Sie kurzfristige Buchungen zu stark frequentierten Flughäfen im ersten Betriebsmonat.
Künftige Erweiterungen könnten Selbstbedienungsschleusen an großen Drehkreuzen umfassen und so nach der Einführungsphase die Wartezeiten reduzieren.
