Die Europäische Union wird das Einreise-/Ausreisesystem am 1. September 2026 in Betrieb nehmen. Die automatisierte Plattform erfasst Ein- und Ausreisedaten sowie Fingerabdrücke und Gesichtsbilder aller Drittstaatsangehörigen. Reisende erhalten einen digitalen Stempel anstelle eines Passstempels mit Tinte.
Das System umfasst den gesamten Schengen-Raum sowie Bulgarien, Rumänien und Zypern. Kurzzeitbesucher erhalten automatisch berechnete 90 Tage innerhalb eines 180-Tage-Zeitraums. Überziehungen lösen automatische Warnungen für künftige Grenzbeamte aus.
Flughäfen wie Frankfurt, Paris CDG und Amsterdam haben 4.200 neue Automaten installiert. Die Bearbeitungszeit soll nach der Erstregistrierung durchschnittlich 40 Sekunden pro Passagier betragen. Vielflieger können mobile Apps zur Vorerfassung ihrer Daten nutzen.
Bürger aus dem Vereinigten Königreich, den USA und Kanada gehören zu den ersten betroffenen Gruppen. Das System soll irreguläre Migration verringern und den Sicherheitsdatenaustausch verbessern. Nationale Datenbanken werden in Echtzeit mit der zentralen EU-Plattform synchronisiert.
An den Landgrenzen in Osteuropa erfolgt eine schrittweise Einführung bis Dezember. Reisende ohne biometrischen Pass müssen die Registrierung an bemannten Schaltern vornehmen. Kinder unter 12 Jahren sind von der Fingerabdrucknahme ausgenommen, benötigen jedoch weiterhin ein Gesichtsscan.
Fluggesellschaften prüfen den EES-Status bereits beim Check-in, um Boarding-Verweigerungen zu vermeiden. Die Europäische Kommission erwartet, dass das System bis 2028 jährlich 1,2 Milliarden Grenzübertritte abwickelt. Die Behörden bezeichnen die Änderung als Modernisierung der 30 Jahre alten manuellen Verfahren.
