Global Affairs Canada hat am 21. Mai 2026 seine Warnstufe für Südwestisland auf Stufe 3 angehoben. Die Änderung folgt auf seismische Daten, die Magmabewegungen unter der Sundhnukur-Kraterreihe zeigen. Reisende werden aufgefordert, Wanderwege innerhalb von 10 Kilometern um Grindavík zu meiden.
Das Isländische Meteorologische Amt registrierte in der vergangenen Woche über 800 Erdbeben in der Region. Lavaflüsse haben seit April zweimal die Route 43 überquert und wiederholte Sperrungen verursacht. Die Blaue Lagune bleibt geöffnet, doch Zufahrtsstraßen können mit zwei Stunden Vorwarnung gesperrt werden.
Kanadische Reiseveranstalter haben 18 für Juni und Juli geplante Gruppenreisen abgesagt. Bereits in Island befindliche Reisende erhalten tägliche SMS-Updates von der Botschaft in Reykjavík. Autovermietungen verlangen nun zusätzliche Versicherungsbausteine für Vulkansaschenschäden.
Flüge am Flughafen Keflavík laufen ohne Unterbrechung weiter, doch Windrichtungen könnten Aschewolken innerhalb von 48 Stunden ausbreiten. Passagiere sollten vor dem Check-in die Website der isländischen Luftfahrtbehörde prüfen. Die kanadische Warnung gilt nicht für andere Regionen wie den Golden Circle oder die nördlichen Fjorde.
Versicherer wie Allianz schließen seit dem 21. Mai vulkanische Schäden aus Policen aus, die nach diesem Datum abgeschlossen wurden. Reisende werden dringend aufgefordert, vor der Abreise eine umfassende Versicherung abzuschließen. Eine Notfall-Evakuierung per Hubschrauber kostet etwa 8.000 CAD pro Person.
Die lokalen Behörden unterhalten Evakuierungszentren in Reykjanesbær mit Platz für 3.000 Einwohner. Straßensperren sind rund um die Uhr besetzt, und unbefugtes Betreten wird mit bis zu 50.000 ISK geahndet. Wissenschaftler prognostizieren, dass der aktuelle Ausbruchszyklus bis 2027 andauern könnte.
Die kanadische Warnung deckt sich mit ähnlichen Hinweisen der USA und des Vereinigten Königreichs. Die Botschaft in Reykjavík bietet eine 24-Stunden-Hotline für registrierte kanadische Bürger. Updates werden alle 72 Stunden oder unmittelbar nach größeren seismischen Ereignissen herausgegeben.
