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Gran Canaria Landschaft
Blog / Khonshu / Gran Canaria

Gran Canaria.
Mehr als nur ein Strand.

Vier Reisen, ein ehrlicher Überblick. Wo du am besten wohnst, was du besser nicht essen solltest, welche Aktivitäten sich lohnen und wie du eine ganze Woche für unter 800 € pro Person hinbekommst.

Hauptstadt
Las Palmas de Gran Canaria
Beste Reisezeit
Oktober – April
Währung
Euro (€)
Sprache
Spanisch
Anreise
Flughafen Las Palmas (LPA)
Budget/Tag
€60 – €120

Warum Gran Canaria mich immer wieder zurückholt

Ich war jetzt viermal auf Gran Canaria. Nicht weil es der spektakulärste Ort ist, den ich je besucht habe, sondern weil es etwas ganz Bestimmtes extrem gut kann: Es lässt dich komplett abschalten. Kein Stress, kein Planungsdruck, kein schlechtes Gewissen, wenn du einen ganzen Nachmittag einfach nichts machst. Die Insel ist kompakt genug, dass du dich schnell zurechtfindest, und entspannt genug, dass du dich nicht schuldig fühlst, wenn du nicht ständig etwas unternimmst.

Alle vier Reisen waren das, was ich als „Dekompressions-Trips“ bezeichnen würde – keine klassischen Haupturlaube. Eine Woche zum Resetten. Und Gran Canaria ist dafür fast perfekt gemacht. Das Wetter ist ganzjährig gut, das Essen ist für europäische Verhältnisse günstig, die Fortbewegung ist unkompliziert und es gibt gerade genug zu tun, dass man sich nie langweilt. Der Süden ist reines Touristen-Resort-Gebiet, das Inselinnere bietet dramatische Berglandschaften, die die meisten Touristen nie sehen, und die Hauptstadt Las Palmas ist eine echte Stadt mit richtigem lokalen Leben. Drei sehr unterschiedliche Inseln in einer.

📍 Insider-Tipp

Meide alle Restaurants am Paseo del Faro in Maspalomas. Das ist die Promenade direkt bei den Dünen und sie ist komplett auf Touristen ausgerichtet, die es nicht besser wissen. Geh zehn Minuten ins Landesinnere und die Speisekarten ändern sich komplett. Das Essen wird besser und die Preise sinken deutlich.

Wo übernachten?

Die meisten Touristen landen im Süden und bleiben auch dort. Maspalomas und Playa del Inglés dominieren das Resort-Geschehen. Las Palmas im Norden bietet ein komplett anderes Erlebnis. Die Wahl des Ortes prägt die gesamte Reise.

Maspalomas (meine Basis)

Alle vier meiner Reisen hatte ich als Basis Maspalomas, direkt neben den Dünen. Es ist praktisch, fußläufig und gut ausgestattet mit Supermärkten, Restaurants und Autovermietungen. Beim ersten Mal waren wir in einem All-Inclusive-Hotel – das machen wir nie wieder. Man isst hauptsächlich europäisches Buffet und lernt nie den echten Geschmack der Insel kennen. Beim zweiten Mal sind wir auf ein Airbnb umgestiegen und haben für drei Personen ca. 600 € für eine Woche gezahlt – also rund 200 € pro Person. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Wir haben selbst gegrillt, fast jeden Abend auswärts gegessen und deutlich weniger ausgegeben als im Hotel.

Wenn du ein Hotel und All-Inclusive möchtest, ist das Sunprime Atlantic View eine gute Wahl. Fürs Geld ist ein Airbnb jedoch meist die bessere Option.

Las Palmas de Gran Canaria

Die Hauptstadt lohnt sich, wenn du eine urbanere Basis möchtest. Sie hat eine echte Altstadt (Vegueta), einen langen Stadtstrand, gute Restaurants, die nicht auf Touristen ausgerichtet sind, und eine ganz andere Energie als der Süden. Mit dem Auto sind es ca. 45 Minuten von Maspalomas. Wenn du die ganze Insel erkunden willst, lohnt es sich, ein oder zwei Nächte hier zu verbringen.

Das Inselinnere

Orte wie Tejeda und Artenara liegen in den Bergen und fühlen sich überhaupt nicht wie Küste an. Wer absolute Ruhe und dramatische Landschaft sucht, findet dort schöne Landhäuser. Als Dauerbasis eher unpraktisch (außer man hat ein Auto und braucht keinen Strand), aber für eine Nacht auf einer Inselrundfahrt sehr empfehlenswert.

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Die Strände

Der Dünenstrand von Maspalomas ist der offensichtliche Star und verdient seinen Ruf. Lang, breit, mit echten Sanddünen im Rücken und ruhigem Wasser zum Schwimmen. Es wird voll, aber der Strand ist groß genug, dass man immer ein Plätzchen findet. Der Strand von Puerto Rico ist kleiner, aber sauberer und nach einem Einkaufsbummel im Mogan Mall perfekt für einen Nachmittag im Wasser.

Die Dünen von Maspalomas, Gran Canaria
Die Dünen von Maspalomas. Geh 10 Minuten hinein und die Menschenmassen verschwinden.

Essen und Restaurants

Gran Canaria ist im Vergleich zu Westeuropa wirklich günstig. Wir drei haben für eine Woche ca. 1.200 € für Essen ausgegeben – also 400 € pro Person. Das beinhaltete fast jeden Abend auswärts essen, Mittagessen, Frühstück und Supermarkteinkäufe. Man kann hier sehr gut essen, ohne jeden Euro umdrehen zu müssen.

Der Trick ist, die offensichtlichen Touristenmeilen zu meiden. Der Paseo del Faro in Maspalomas ist die Straße, die man besser links liegen lässt. Sie sieht verlockend aus, weil sie nah an den Dünen liegt, aber das Essen ist mittelmäßig und überteuert.

Wo man wirklich hingehen sollte

Café del Mar Meloneras ist der absolute Favorit. Direkt am Meer in Meloneras, hervorragendes Essen und abends Live-Show. Es ist beliebt, daher lieber etwas früher hingehen oder reservieren. Die Kombination aus gutem Essen, Meerblick und Unterhaltung macht es jedes Mal wieder lohnenswert.

Für einen Shopping- und Strandtag ist Puerto Rico ideal. Das Mogan Mall ist ein richtiges Einkaufszentrum mit Preisen, die ca. 25 % unter denen in Nordeuropa liegen. Danach ist der Strand nur ein paar Schritte entfernt.

Fortbewegung auf der Insel

Miete ein Auto. Das ist mit Abstand die praktischste Lösung. Gran Canaria ist eines der günstigsten Länder Europas für Mietwagen. Rechne mit ca. 50 € für eine Woche beim günstigsten Angebot oder 100 € für mehr Komfort. Wir hatten bei drei Reisen ein Cabrio, weil das Wetter es einfach verlangt. Ein Cabrio kostet ab ca. 200–300 € – das solltest du einplanen.

Sprit ist günstig und ein voller Tank reicht meist für die ganze Woche. Bei unserer kompletten Inselrundfahrt haben wir nur einen Tank verbraucht. Bleibst du hauptsächlich im Süden, brauchst du noch weniger.

⚠️ Wichtig

Wenn du nicht viel fahren oder das Resort verlassen willst, kannst du auf den Mietwagen verzichten. Der Süden ist für den Alltag gut zu Fuß erreichbar. Sobald du jedoch das Inselinnere oder die Hauptstadt sehen willst, brauchst du ein Auto. Busse gibt es, sind aber langsam und für die meisten Touristenrouten nicht empfehlenswert.

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Was unternehmen?

Bei den ersten beiden Reisen habe ich viele Aktivitäten gemacht. Bei den letzten beiden habe ich einfach nur gegessen, entspannt und eingekauft. Beides funktioniert hervorragend – das sagt schon viel über die Insel aus. Hier ist, was sich wirklich lohnt, wenn du raus willst:

Die Inselrundfahrt

Das solltest du mindestens einmal machen. Eine komplette Umrundung führt durch die Berge, vorbei an vulkanischen Landschaften, durch weiß getünchte Dörfer und entlang von Küstenabschnitten, die überhaupt nicht wie der Touristen-Süden aussehen. Wir haben es zweimal gemacht und beide Male fühlte es sich an wie eine komplett andere Insel. Hier ist die Route, die wir verwendet haben.

Palmitos Park

Ein Zoo in den Bergen, kleiner als erwartet, aber wunderschön angelegt. Ein halber Tag ist ideal. Die Delfin- und Vogelshows sind beide sehenswert. Kein Freizeitpark, sondern ein richtiger Wildpark in toller Umgebung.

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Palmitos Park, Gran Canaria
Palmitos Park liegt in einem Tal in den Bergen oberhalb von Maspalomas. Die Kulisse ist genauso beeindruckend wie die Tiere.

Poema del Mar Aquarium

In Las Palmas gelegen, eines der besseren Aquarien, die ich besucht habe. Haie, Quallen, ein beeindruckender Tiefsee-Tunnel und sehr gut gestaltete Ausstellungen. Allein schon eine Fahrt in die Hauptstadt wert.

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Die Dünen (kostenlos)

Geh richtig in die Dünen von Maspalomas hinein, nicht nur am Rand entlang. Nach zehn Minuten bist du in einer echten Wüstenlandschaft. Es ist kostenlos, surreal und eines der Orte, die man auf einer europäischen Insel nicht erwartet.

Mirador Astronómico de la Degollada de las Yeguas (kostenlos)

Ein Sternenbeobachtungspunkt in den Bergen. Bei klarer Nacht siehst du mit bloßem Auge die Arme der Milchstraße. Gran Canaria liegt weit genug vom Festland entfernt, dass die Lichtverschmutzung im Inselinneren stark abnimmt. Geh spät, nimm etwas Warmes mit und gib deinen Augen genug Zeit, sich anzupassen.

Milchstraße vom Mirador auf Gran Canaria
Mirador Astronómico de la Degollada de las Yeguas bei klarer Nacht. Keine Kamera-Tricks – einfach sehr dunkler Himmel.

Aqualand (mit Kindern)

Mit Kindern ist Aqualand Maspalomas die erste Wahl für einen ganzen Tag. Ein gut geführter Wasserpark in toller Lage.

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Praktische Infos

Anreise

Wir sind aus Belgien geflogen und haben ca. 200 € pro Person für den Hin- und Rückflug bezahlt. Billigflieger wie Ryanair und Vueling fliegen den Flughafen Las Palmas (LPA) von den meisten großen europäischen Städten an. Zusammen mit einer Woche Unterkunft für ca. 200 € pro Person kommst du auf 400 € – bevor Essen und Aktivitäten dazukommen. Für eine Woche Sonne ist das unschlagbar.

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Geld

Gran Canaria ist spürbar günstiger als die meisten westeuropäischen Länder. Essen, Mietwagen und Alltagskosten sind niedriger. Karten werden fast überall akzeptiert. Nimm eine Revolut- oder Wise-Karte mit, um Auslandsgebühren zu vermeiden.

Internet & Verbindung

Die Netzabdeckung ist auf der gesamten Insel gut, auch im Inland. Als EU-Ziel funktionieren europäische SIM-Karten ohne Aufpreis. Bei Reisen außerhalb der EU ist ein Airalo eSIM für Spanien die einfachste Lösung.

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Fazit

Gran Canaria ist nicht das dramatischste Reiseziel, das ich je besucht habe. Es wird dich nicht mit alter Geschichte oder ungewöhnlicher Kultur umhauen. Was es aber hervorragend kann: Es hält genau das, was es verspricht – zuverlässigen Sonnenschein, gutes Essen zu fairen Preisen, eine kompakte und leicht zu bereisende Insel und genug Abwechslung, ohne dass du dich ständig unter Druck setzen musst. Wenn du eine Woche zum Abschalten suchst, ohne komplizierte Logistik, ist Gran Canaria eine der besten Optionen in Europa.

Gesamtkosten für eine Person eine Woche (ab Belgien): Flug 200 €, Unterkunft 200 €, Essen 400 €. Das sind 800 € alles inklusive – vor Mietwagen und Aktivitäten. Mit 100 € für einen guten Mietwagen und ein paar bezahlten Attraktionen bleibst du unter 1.000 € für eine Woche Sonne. Das ist schwer zu toppen.

Die Kanarier haben ein Konzept namens tranquilidad. Keine Faulheit, keine Gleichgültigkeit. Sondern eine bewusste, gelassene Leichtigkeit im Umgang mit der Zeit. Auf Gran Canaria liegt sie in der Luft. Du spürst sie spätestens am zweiten Tag.